10. März 2006
Jiří
Lom
verstorben
Fortsetzung von www.Grenzlos.info:
Da der Gestapo seine wirkliche Rolle bei den Widerstandsaktionen verborgen
blieb, kam er mit 2 Jahren und 4 Monaten Zuchthaus davon, die er in Waldheim
verbüßte. Anschließend wurde er nach Theresienstadt und von dort nach
Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur durch einen Glücksfall entging er der
Vergasung. Er gehörte dann zu den 1000 tschechischen Häftlingen, die zum
Arbeitseinsatz nach Schwarzheide verschickt wurden. Obwohl seine Füße bluteten
und beim Laufen unerträglich schmerzten, überlebte er den Todesmarsch nach
Theresienstadt, nicht zuletzt auch durch die Hilfe des Sanitäters Heinrich
Roeder und des politischen Mithäftlings Paul Bergmann. "Neunmal am Tode
vorbei!", brachte er rückblickend stets seine Jahre von der Verhaftung bis zur
Befreiung auf den Punkt.
Nach dem Krieg arbeitete er im Staatsdienst und war im Verband der
antifaschistischen Kämpfer aktiv. Die durch die Sebnitzer Forschungen zum
Todesmarsch vorgelegten Dokumentationen, die Ehrungen der Todesmarschopfer mit
ihm und seinen Kameraden im Kreis Sebnitz haben zu seiner politischen
Rehabilitierung in der damaligen ČSSR beigetragen. Mit seiner Pensionierung
wechselte der bescheidene, ja unauffällige Lom in die Bibliothek der Prager Jüdischen Gemeinde und blieb bis zum
92. Lebensjahr ihr ehrenamtlicher Bibliothekar. Wegen seines
enzyklopädischen Wissens war er hier hoch geschätzt.
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| Jiří
Lom im Mai 2004 bei einer Ehrung seiner ermordeten Kameraden in Česká Lípa Foto R. Senenko |
Seitensprung
ins Schauspielfach: Jiří Lom und seine Frau Irina Lomová bei Dreharbeiten zu Barbra Streisands bekanntem Film-Musical "Yentl" (USA/ GB 1983) Foto: Archiv Jan Marek |
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| Die
einstigen Todesmarsch-Häftlinge Jiří Lom und Arnošt
Pešek
(re.) mit "Jungen Historikern" 1980 in Saupsdorf (bei Sebnitz/ Sachsen) Repro aus "Dem Schweigen entrissen", Sebnitz 1980, S. 28 |
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Text: René Senenko