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Nov. 2010 Fundstück. 
Unrasiert 1930: Der Humorist Sostschenko bei der Büchergilde Gutenberg


M. Sostschenko (1895-1958)

Der Dresdner Historiker Joachim Schindler übersandte uns ein Fundstück von einer seiner Archivrecherchen. Es ist ein Beitrag über den sowjetischen Humoristen Michail Sostschenko in der Zeitschrift der Büchergilde Gutenberg "DIE BÜCHERGILDE" (Berlin) vom Oktober 1930, verfasst von Erich Ohser, der das bei der Büchergilde erschienene Buch Sostschenkos "Die Stiefel des Zaren" illustriert hatte. Ein Fundstück für alle Freunde Sostschenkos, die noch seine Humoreske "Die Kuh im Propeller" in der legendären Show "Lyrik - Jazz - Prosa" (1965 in Berlin, DDR), gelesen von Manfred Krug, im Ohr haben. 
Wir warten auf weitere Fundstücke.




Nov. 2010 «Volkstrauertag» auf Ohlsdorf. 
Bei den Kränzen von Senat und alter Kameraden
Eindrücke von den gestrigen Hinterlassenschaften von Senat, Volksbund Kriegsgräberfürsorge und Kameradschaftsverbänden am Gefallenendenkmal auf dem Soldatenfriedhof zu Ohlsdorf, aufgezeichnet von René Senenko




Nov. 2010 Neuerscheinung. 
Jonas B. Billy über Hitlers «Generalplan Zentralafrika»

Dieser Tage erscheint die Dissertation des Berliner Diplomarchivars und Germanisten Jonas Bakoubayi Billy "Musterkolonie des Rassenstaats: Togo in der kolonialpolitischen Propaganda und Planung Deutschlands 1919-1943". Hardcover, 362 S., zahlr. Abb.; 69,- Euro, J.H. Röll Verlag Dettelbach. Mehr
Dr.phil. Jonas B. Billy (Foto), Jgg. 1972, lebt in Kreuzberg. Nach "Die Restaurierung, Digitalisierung und Mikroverfilmung von deutschsprachigen Unterlagen im Nationalarchiv der Republik Togo" (VDM Verlag 2008) ist "Musterkolonie" Billys zweite größere Veröffentlichung. 


15. Nov. 2010 Dossier. 
Reichsbankjustiziar Kandler und seine Nachkriegskarriere 


Berlin, Wilhelmstraße: Das Reichsministerium für Finanzen. Bildquelle DHM

Nach der Studie ist vor der Studie. Kaum ist die Studie zur Rolle des Auswärtigen Amts im Hitlerreich bekannt geworden, informiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 7.11. über eine weitere geplante Untersuchung: über die Rolle des Reichsfinanzministerium im 3. Reich. 
Helmut Gewalt übersandte daraufhin an den Leiter der mit der Untersuchung befassten Kommission Prof.Dr. Ullmann ein von ihm zusammengestelltes
Dossier über den Reichsbankjustiziar von Litzmannstadt Heribert Kandler (1890-1968), das im Kontext der geplanten Studie nicht ohne Interesse sein dürfte.  

11. Nov. 2010 Kein Antiextremismusbekenntnis. 
Pirnaer Verein verweigert sächsischen Demokratiepreis


Grafik Akubiz

Der für seine Antinaziaufklärung in Sachsen bekannte Akubiz-Verein in Pirna war ein Anwärter auf den sächsischen Demokratiepreis, sollte aber vor dem Empfang eine "antiextremistische Grundsatzerklärung" unterschreiben. "So wurden wir beispielsweise aufgefordert alle unsere Partner_innen auf 'Extremismus' zu prüfen. Dafür schlagen die Verfasser_innen u.a. Nachfragen bei den Verfassungsschutzämtern vor", erklärt der Verein auf seiner Webseite. Aus diesem Grund hat Akubiz den Preis verweigert, der am 9.11. überreicht werden sollte. Wir fügen hier eine kleine Presseschau vom 10. und 11. November bei und danken Achim Schindler für die Information.

Nov. 2010 Kriegerdenkmal? Kriegsdenkmal! 
Helmut Gewalt über eine kriegerische NS-Erbschaft in Frankfurt (Main) 


Erinnerungstafel am Kriegerdenkmal in den Taunusanlagen, Zustand vom Mai 2010 (Foto H. Gewalt)

Drei Jahre vor dem 200. Todestag des Nürnberger Buchhändlers J.Ph. Palm (1766-1806) erschien Bernt Ture von zur Mühlens Arbeit "Napoleons Justizmord am deutschen Buchhändler J.Ph. Palm" (FFM 2003). Darin befasst sich der Autor nicht nur mit dem Fall Palm, sondern geht auch auf die Rezeption des Pamphlets Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung (das im Umfeld Palms erschienen war) ein, - mit einer unverkennbar nationalistischen Tendenz. Das bestätigte sich bei näherem Hinsehen. Im Lauf der thematischen Auseinandersetzung entstand eine Abhandlung von Helmut Gewalt, aus der hier Cap. 45 (6,6 MB), eine Ergänzung sowie drei Seiten (1, 2, 3) aus dem Nassauischen Kriegerbundblatt von 1938 wiedergegeben sind. Ausgangspunkt des Kapitels ist die Kritik des Kriegerdenkmals des 2. Nassauischen Feldartillerieregiments Nr. 63 Frankfurt, das 1938 in der Taunusanlage eingeweiht worden ist. Der Autor griff dabei auch auf zeitgenössische Archivalia und Zeitungsberichte zurück, die hier erstmals (oder erstmals wieder) veröffentlicht werden. 

Nov. 2010 Brecht. 
Auf die Straße damit: «Die Legende vom toten Soldaten» 

Das Hamburger Bündnis "Ein Deserteursdenkmal für Hamburg" will Brechts "Legende vom toten Soldaten" inszenieren und im Mai 2011 auf die Straße bringen. Gesucht werden Mitwirkende, Kostümteile (Uniformen, Helme etc.) und Staffage. Interessenten melden sich hier unter Kontakt. Die Federzeichnung zu Brechts Gedicht stammt von Jean Kuo (1969). 


Nov. 2010 Hamburg: 18. Fuhlsbüttler Filmtage. 
Filme von Christian Geissler

Am 25. und 26. November sind im Grünen Saal Filme des Hamburger Autors Christian Geissler (1928-2008) zu sehen. Der Schriftsteller, der als Filmemacher weniger bekannt ist, gilt als kritischer Wegbegleiter der radikalen Linken in den 70er und 80er Jahren. Mehr.
Veranstalterin ist die Willi-Bredel-Gesellschaft, die zu den 15 Hamburger Geschichtswerkstätten gehört. 


Nov. 2010 Kunst. 
Marco Schaub stiftet Bild für Deserteurspojekt

"Sag mir, wo die Blumen sind", Acryl, 20 x 40 cm 
Der Thüringer Künstler Marco Schaub (Gera) hat den Verkaufserlös für sein Acrylbild "Sag mir, wo die Blumen sind", das derzeit in der Galerie "Art de Fact" in Münstertal (Schwarzwald) zu sehen ist, dem Bündnis "Ein Deserteursdenkmals für Hamburg" gestiftet. Das Bild soll für 300 Euro den Besitzer wechseln. Damit will Schaub die Schaffung einer dauerhaften Erinnerung an die Hamburger Opfer der NS-Militärjustiz unterstützen. 

  
Okt. 2010 Ausstellung. 
Besuch im sanierten Sommerhaus John Heartfields

Foto Senenko
Am 4. September 2010 wurde das sanierte Sommerhaus John Heartfields in Waldsieversdorf (Märkische Schweiz) wiedereröffnet. Der Meister der Fotomontage hat hier nach seiner Rückkehr aus dem britischen Exil bis zu seinem Tode nicht nur Ruhe gesucht, sondern auch die Nähe zu Brechts Domizil im benachbarten Buckow. Sehenswert die Sonderausstellung "John Heartfield und die ‚Free German League of Culture’ – Reproduktionen von Fotomontagen und Archivalien aus dem englischen Exil" und das rekonstruierte Kaminzimmer. René Senenko war im Oktober dort und hat einige Fotoeindrücke mitgebracht. 

 

Okt. 2010 ETV-Tatenverarbeitung.
Die völkische Optik beim Eimsbüttler Turnverein
"Sind Sie blind? Das ist doch kein Hakenkreuz, das is'n Turnerkreuz. Keine Ahnung von Geschichte, was?" Solche oder ähnliche Sätze mussten Kritiker der vier "F", die auf Turnvater Jahn zurückgehen ("frisch, fromm, fröhlich, frei"), sich immer um die Ohren schlagen lassen. Deshalb schmückt der athletische Vierwinkler aus dem Jahr 1910 bis heute die Außenwand der ETV-Sporthalle im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Bis die ganze Geschichte des Eimsbüttler Turnverbands ETV so ins Gerde kam, dass der Verein widerwillig ein Gutachten in Auftrag gab und dieses am 8. Oktober vor geladenen Gästen vorstellte. Einer der Kritiker, der Musiker Peter Gutzeit, übersandte uns sein Flugblatt, das er vor Ort verteilte.



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